Am 11. Juni 2017 war es soweit, der Vierlanden Triathlon fand in Hamburg statt.

Bei herrlichen 17° und das schon morgens um 06:00 Uhr ging es zum Hohendeicher See in Hamburg. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert, was schnell an den kurzen Wegen und der guten Parksituation erkennbar war.

Nachdem alle Vorbereitungen wie Einrichtung der Wechselzone und Abholung der Startunterlagen abgeschlossen waren, gab es um 08:30 Uhr die obligatorische kurze Wettkampfbesprechung mit anschließendem Start um 08:45 Uhr für die erste Gruppe.

Zuerst hieß es auf den ersten 200m im Wasser die „Waschmaschine“ zu überstehen. Trotz des ein oder anderen Armes und Fußes, der einem bei dem Gedränge so in den Weg kommt, gelang es mir doch ausgesprochen gut wegzukommen, so dass ich mich an die Führungsgruppe dranhängen konnte. Nach 500m waren wir bereits wieder am Startpunkt angelangt und mussten ca. 30m über Land laufen um auf die 2. Schwimmrunde mit 1500m zu gehen. Auch hier konnte ich das Tempo der Führungsgruppe halten.

Nach knapp 32 Minuten kam ich nur leicht hinter den Führenden auf Platz 25 aus dem Wasser. Bis hierhin war ich dann doch überrascht, wie gut mein Debüt verlief.

Der Weg in der Wechselzone war dann ungewöhnlich lang, so dass eine Wechselzeit aufs Rad mit 4 Minuten herauskam.

 

Dies erledigt ging es auf die Radstrecke. 4-mal ging es entlang des Elbdeiches über Ochsenwerder nach Spadenland und zurück. Auch hier lief es zunächst sehr gut. Die ersten 30 km konnte ich bei fast 38km/h im Schnitt gutes Tempo machen. Auf den weiteren 50 km wurden die Beine dann zunehmend schwerer. Schlussendlich konnte ich mich nach noch guten 2 Stunden und 22 Minuten mit knapp 35km/h im Schnitt vom Rad schwingen. Es fährt sich mit Windschattenverbot eben doch etwas anstrengender 😉.

Hier zeigte sich dann aber deutlich der Unterschied zu den wirklich guten Athleten, die nach 2 Stunden mit 40km/h vom Rad stiegen. Das hat bestimmt am hervorragenden Equipment gelegen.

Zurück in der Wechselzone hieß es nun die Laufbotten fix draufzuziehen und kurz noch die 20km abzulaufen. Die Laufstrecke war eine Wendepunktstrecke mit 5km pro Runde.

Entgegen meiner Intuition startete ich den Lauf dann eher ambitioniert und konnte auf den ersten 3 km einen guten 5 Minuten pro Km Split laufen. Dies war für den Zustand meiner Beine viel zu schnell. Die Quittung kam sehr schnell. Schon bei Km 6 hatte ich das sehr starke Bedürfnis mich kurz an den Rand zu setzen und zu weinen.

Unterstützt durch meine gesamte Familie ging es aber Schritt für Schritt weiter. An dieser Stelle kam dann innerlich auch mehrfach die Frage: Warum weiter? Es ist doch gut. Jetzt aufzugeben, ist ok. Du hast doch schon viel geschafft! Ist keine Schande.

Lauf erstmal weiter…

Bei Km 11 keimte die Erkenntnis, dass es ja schon mehr als die Hälfte der Laufstrecke ist und gefühlt nun nach Hause geht. Mit zunehmend schlapperen Beinen und der einen oder anderen kurzen Gehpause, um einen sich anbahnenden Krampf zu vermeiden, schob ich mich Km für Km weiter und aufgeben war schon lange keine Option mehr!

Nach miserablen 2 Stunden und 3 Minuten waren die 20 km überwunden.

Mit Erreichen der Zielgeraden war alles vergessen. Der Moment, diese kleine blaue Linie zu überqueren… unbezahlbar. Und es war nur ein half-Ironman.

Im Ergebnis war es dann mit 5 Stunden und 8 Minuten Wettkampfzeit Platz 107 von 217 bei den männlichen Startern.

Ja, es war hart. Nein, ich hatte überwiegend keinen Spaß 😉

Würde ich es wieder tun?

JA, verdammt!

„The high is worth the pain!“

Münsterdorfer SV auf der Mitteldistanz vertreten